Tai Chi Chuan

Der Ursprung von Tai Chi Chuan wurzelt in Legenden und Geschichten und lässt sich somit nicht wirklich exakt bestimmen. Es gibt zwar Versuche, diese Ursprünge und Wurzeln zu finden, aber wo sie nun wirklich liegen, bleibt wohl bis auf Weiteres ein Streit unter Gelehrten. Für den Hausgebrauch kann man die Geschichte getrost mit "gibt es schon ziemlich lange" vereinfachen.
Was allerdings ziemlich eindeutig zu sein scheint, ist der kämpferische Ursprung. In diversen Beschreibungen finden sich Notizen, dass Meister x in seinen Kämpfen unbezwingbar war oder spezielle Techniken entwickelte. Die Qualität des Tai Chi's scheint sich also über die Meister zu definieren, die anderen Meistern den Meister zeigten. Na ja, oder so ähnlich.
Der Lauf der Zeit ist auch an Tai Chi nicht spurlos vorbeigegangen. Der kämpferische Aspekt ist etwas in den Hintergrund getreten und Blickwinkel des heutigen Lebens drängen vermehrt in den Vordergrund. Heute geht es im Tai Chi weniger darum, seinen Platz unter gegnerischen Parteien zu behaupten, sondern vielmehr darum, sich für den Kampf gegen den täglichen Wahnsinn zu wappnen. Ob sich dieser Kampf nun in einem schlecht eingerichteten Arbeitsplatz oder in Stress und Ärger oder anderen Unzulänglichkeiten äussert wird von den persönlichen Gegebenheiten abhängen. Tai Chi kann helfen, die Auswirkungen dieser unglücklichen Umstände etwas zu mildern.  Abgesehen von den positiven Auswirkungen auf Psyche und Physis kann Tai Chi übrigens auch einfach Spass machen.
Wer Tai Chi praktiziert, bewegt den Körper (und nicht zu vergessen, den Geist), schult das Gleichgewicht und macht noch etwas für die Konzentration. Die Bewegungen werden langsam, kontinuierlich fliessend und kontrolliert  ausgeführt.  Je nach Stilrichtung können explosive Elemente auftauchen, die sehr schnelle Bewegungen fordern. Der von uns gepflegte Yang-Stil verzichtet auf diese Tempowechsel. Tai Chi kann bis ins hohe Alter gepflegt werden und kann helfen, Körper und Geist etwas in Schuss zu halten.